Abteilung Vogel und Naturschutz

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Wellensittiche


 
   
Standort und Raumklima In seinem Heim soll sich der Wellensittich sicher und geborgen fühlen. Mitten im Raum, vielleicht noch auf einen niedrigen Tisch, wie auf einem" Präsentierteller" plaziert, wird dies jedoch nicht erreicht. Der Mensch erscheint dem Vogel dann in einer ungünstigen Perspektive. Die Heimstätte unseres Pfleglings sollte deshalb in Brust-, besser in Augenhöhe des Menschen, mit der Längsseite an einer Wand, am besten auf einem kleinen Regal oder Brett, ihren ständigen Standort bekommen. Herausfallender Sand und Futterreste müssen sich bequem entfernen lassen. Die Tapete kann durch eine dazwischen geschobene Spreacart- oder Kunststoffplatte vor Beschädigungen geschützt werden.

Der Vogelbauer sollte einen sonnigen Standort bekommen, was aber nicht heißt, dass der Vogel den ganzen Tag der prallen Sonne ausgesetzt sein darf.

Während die meisten Vögel gegenüber Temperaturschwankungen (die es ja auch in der freien Natur gibt) unempfindlich sind, vertragen sie Zugluft absolut nicht. Denn sie zerstört die wärmeisolierende Grenzschicht um den Körper. Die Folge ist, dass dadurch die Widerstandsfähigkeit des Vogels gegenüber Krankheiten herabgesetzt wird.

Keinen Gefallen tun wir unserem Wellensittich, wenn wir ihn ständig dem Flimmern der Fernsehröhre oder Schwaden von Tabakdunst aussetzen. Auch die Küche ist mit ihren Dünsten und Temperaturschwankungen kein idealer Ort für unseren Freund.

Insgesamt sollte am Tage nicht mehr als 14 Stunden durch Tages- und Kunstlicht aktiviert werden.

 

Unterbringung Runde Vogelbauer, mögen sie auch noch so schöner Raumschmuck sein, sind abzulehnen, weil sie den genannten Anforderungen nicht gerecht werden. Diese Form der Unterbringung ist nur bei zahmen Papageien bedingt vertretbar, die regelmäßig den "Turmbau" zu Spaziergängen in das Zimmer verlassen können. Als kleinste Behausung für einen einzeln gehaltenen Wellensittich empfehle ich für das Bauer als Mindestmaße von 50 cm Länge, 27 cm Tiefe und 30 cm Höhe.

Für Zuchtzwecke und für die Haltung von einem Paar sind Käfige von 100 cm und mehr Länge, eine Tiefe von 40 bis 70 cm und einer Höhe von 60 bis 80 cm erforderlich.

Bei der Anschaffung des Vogelbauer ist unbedingt folgender Hinweis zu beachten: Papageien, zu denen auch der Wellensittich gehört, klettern gern, deshalb müssen die Gitterstäbe waagerecht verlaufen.

Wenn man in Garten oder am Haus ein bisschen Platz hat, empfehle ich eine Außenvoliere, die im Zoohandel erhältlich ist. Der Boden besteht aus einer Kiesschicht , die in gewissen Abständen auszuwechseln ist.

Zur Ausstattung gehören nur zwei Sitzstangen im oberen Drittel des Abteils, damit eine relativ große Flugstecke entsteht.

 

Ernährung Grundsätzliches über den Speisezettel:

Mit einem bis zwei Teelöffeln Hirse pro Tag und einen Näpfchen Wasser ermöglichen wir unseren Wellensittich das Überleben, jedoch hat das nicht mit einer allseitigen, den Bedürfnissen des Vogels und den Bedingungen seines Biotops (natürlicher Lebensraum) orientierten Ernährung zu tun. Wer von uns Menschen möchte wohl jeden Tag nur trockenes Brot verspeisen?

Für den Wellensittich bietet der Handel eine speziell zubereitete und richtig dosierte Futtermischung an.

 

Quell- und Keimfutter Vor allem vor und während der Brut- und Aufzuchtperiode, aber auch in der vitaminarmen, kalten Jahreszeit hat sich als günstig erwiesen, das Körnerfutter quellen und leicht ankeimen zu lassen. Ein einfaches, bewährtes Rezept lautet: Körner 24 Stunden in lauwarmes Wasser einweichen, Wasser abgießen, das Futter in einem Plastsieb unter dem Wasserstrahl zweimal abspülen und nach kurzer Lufttrocknung verfüttern. Soll das Quellfutter keimen, wird es in einer flachen, ein bis zwei Zentimeter hohen Schicht in einer Schale unter einer Glasplatte in normal temperierten Raum noch mal 24 Stunden gelagert, dann, wie beschrieben, nachgewaschen, kurz an der Luft angetrocknet und sofort verfüttert.

Das Keimgut riecht dann leicht aromatisch und säuerlich und hat kleine weiße Spitzen. Gekeimtes Futter enthält Vitamine E und ist leicht verdaulich.

Sämereien kann man auch im Freien oder im Blumentopf aussäen und als zarte Pflänzchen verfüttern.

 

Vitamine Vitamine gelten nicht als Nährstoffe im üblichen Sinne, sind aber zur Steuerung und Aktivierung der Stoffwechselvorgänge in Organismus lebensnotwendig. Da sie in der Regel von Vogelorganismus nicht gebildet werden können, sind sie mit der Nahrung zuzuführen. Die für den Vogel wichtigsten Vitamine sind A, D3, E und der gesamte B-Komplex. Vitamin C wird vom Vogel in ausreichender Menge selbst aufgebaut.

Vitamin A beeinflusst unter anderem Wachstum, Befiederung und Funktion der Geschlechtsorgane. Seine Vorstufe, das Karotin, ist z.B. in der Mohrrübe enthalten. Vitamin E - es entsteht z.B. in den Keimen von Sämereien- hat Einfluss auf die Geschlechtstätigkeit und damit auf Bruterfolg. Mangel an Vitaminen des B-Komplexes ,die in Weizenkeimen, Eidotter, Grünfutter usw. zu finden sind, führt zu einen allgemeinen Absinken der Leistungsfähigkeit.

Vitamin D wirkt auf Knochenbau, Legeleistung und Eischale. Reichliche Grünfuttergaben fördern seine Bildung.

 

Grünfutter, Obst und Zweige Besonders wertvoll sind Gaben von Grünfutter durch die darin enthaltenen Vitamine und Spurenelemente. Aus Unkenntnis werden viele Pflanzen aber gar nicht gereicht. (Die könnten ja giftig sein!) Geeignet für die Vogelernährung sind etwa 340 verschiedene Samen von Bäumen, Sträucher und Kräuter sowie Beeren und Grünpflanzen aus heimischer Flora. Die verbreitetsten Futterpflanzen sind: Vogelmiere, Löwenzahn (weiße Flughaare der Samen abreißen), Hirtentäschelkraut, Kreuzkraut, Vogelknöterich, Huflattich, Sauerampfer, Gänsedistel, Wegerich, Melde und Brennessel.

Das Grünfutter darf nicht welk sein und nicht von solchen Flächen entnommen werden, die zuvor mit Unkrautbekämpfungsmitteln behandelt bzw. durch Hunde verschmutzt wurden. Ungeeignet sind für das Grünfutter auch die Ränder von Straßen, wegen der Autoabgase.

Es ist vor der Verfütterung gründlich zu waschen, darf aber nicht nass gereicht werden. Man befestigt es im Käfig am besten mit einer Wäscheklammer. In der Voliere bewährt sich eine Futterraufe. Grünfutterreste sind ständig aus Volieren und Käfig zu entfernen. Auch verschiedene Gemüsearten - wie Schnittsalat, ein wenig Spinat, Petersilie und Rapunzel- können für die Vogelfütterung mit genutzt werden. Die Mohrrübe, die im frischen, saftigen Zustand in ganzen Stücke oder gerieben zu reichen ist, stellt ein universelles und wertvolles Vogelfutter da.

Ein ausgesprochener Leckerbissen ist die Rispen- und Kolbenhirse, die im halbreifen, ausgereiften, gequollenen oder gekeimten Zustand gern verspeist wird. Selbst erkrankte Tiere nehmen dieses Futter noch an.

Obst, z. B. Äpfel, Birnen, Zitrusfrüchte sowie reife und getrocknete Wildfrüchte (Eberesche, Hagebutte, Weißdorn) werden vom Wellensittich gern verspeist. Papageien beknabbern frische Zweige ( Pappel, Weide, Ahorn, Apfel, Birne, Buche, Linde, Birke, Esche) und decken damit auch ihren Bedarf an zahlreichen Wirkstoffen. Nicht gereicht werden dürfen Zweige von giftigen Gehölzen. Das gilt auch für Zweige im gefrorenen Zustand im Winter.

Im allgemein werden Mengen- und Spurenelemente mit einer vielseitigen, grünfutterreichen Nahrung aufgenommen. Geringe Mengen der im Handel erhältlichen Mineralstoffmischung, Gaben von ausgekochten und in der Backröhre erhitzten Hühnereischalen, zwei bis drei Tage gewässerten und Sepiaschalen helfen, ein eventuellen Defizit auszugleichen. Kalksteine und präparierter Vogelsand, ebenfalls im Handel erhältlich, dienen diesem Zweck.

 

Zucht Wer Wellensittiche züchten will, bedarf der behördlichen Erlaubnis nach dem Tierseuchengesetz und der Psittakoseverordnung. Zwar stellt die Papageienkrankheit heute keine nennenswerte Gefahr mehr dar, doch gleichwohl will der Gesetzgeber sichergestellt wissen, dass die Zucht in einem gesunden Tierbestand erfolgt.

Die Erlaubnis zum züchten bekommt man von Kreistierarzt.

Man muss pro Paar Wellensittiche zwei Nistkästen anbieten. Ideal ist ein Nistkasten im Querformat, 25 cm lang, 15 cm tief und 15 cm hoch. Das Einschlupfloch sollte an der Seite sein, die der Nistmulde gegenüber liegt, damit das Weibchen beim Hineinschlüpfen in den Kasten nicht auf das Gelege hüpfen muss. Das Einschlupfloch sollte ein Durchmesser von 4,5 cm haben und die Nistmulde soll ein Durchmesser von 8 bis 10 cm haben und etwa 2 cm tief sein.

Der Zoofachhandel bietet dafür geeignete Nistkasten an.

Die Nistkästen werden im oberen Drittel des Käfigs oder der Voliere angebracht. Außer Nistkästen kann man aber auch Zuchtboxen im Handel erwerben. Sie sind sinnvoll, wenn man auf Farben züchten will.

18 Tage lang dauert es, bis der Embryo im Ei zu einem lebensfähigen Küken wird. Bis zu 6 Eier legt das Wellensittichweibchen im Abstand von zwei Tagen. Also schlüpft dann auch am Ende der Brutzeit an jedem zweiten Tag ein Küken.

Etwa eine Woche vor Brutbeginn muss unbedingt jeden Tag frisches Weichfutter gereicht werden. Dieses Weichfutter ist in der Zoohandlung erhältlich.

Wellensittiche sind in einen Alter von 3 bis 6 Monate geschlechtsreif (zum Züchten empfehle ich Sittiche erst ab einem Alter von einem Jahr). Es sind nicht mehr als 3 Bruten pro Paar im Jahr zuzulassen, danach sind die Nistkästen zu entfernen.

Nun noch kurz zum Geschlechtsunterschied: erwachsene Männchen haben über den Schnabel eine blaue Wachshaut (bei vielen Farbschlägen ist es nicht zu erkennen). Erwachsene Weibchen haben über den Schnabel während der Brutstimmung eine kaffeebraune Wachshaut. Auch das ist bei vielen Farbschlägen nicht immer zu erkennen.

 

   

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